Artikel mit dem Tag "Dranbleiben"



01. Dezember 2017
Ja, ich kenne schlechte Tage. Manchmal fallen sie tatsächlich auf einen Montag. Doch die geäusserten Meinungen in den sozialen Netzwerken, dass der Montag mal wieder unangebracht und öde ist, empfinde ich etwas aufdringlich. Der «Montag» als ansteckende Krankheit also. Wenn das so sein soll: Was ist denn an einem Dienstag besser?

24. November 2017
Seit Kindertagen an begleiten mich flauschige Vierbeiner. Die Herrchen und Frauchen bestehen aus den Mitgliedern der Familie und meiner Verwandtschaft. Das ändert sich im Jahr 2007. Da ist er - es ist Liebe auf den ersten Hundeblick! Kayo. Ein gerade mal zwölfwöchiger Cocker Spaniel Rüde wird mein eigener Hund.

05. November 2017
Ich führe ein Doppelleben. So fühlt es sich zumindest an. Mein altes Leben ist noch da, während ein anderes beginnt – ein Leben mit dem Laufsport. Trotzdem braucht es noch immer grosse Überwindung, den inneren Schweinehund zu bändigen. Oft schreit mich das Bett an, ich soll gefälligst liegen bleiben, weil sowieso alles keinen Sinn hat. Verstehen kann ich den Hund schon – im Bett ist es viel gemütlicher, als da draussen ziellos um die Häuser zu laufen und unattraktiv nach Luft zu schnappen.

30. Oktober 2017
Ich drehe mich im Kreis. Es geht nicht vorwärts. Auch in der Gesprächstherapie. Diese Tatsache verdränge ich mit Erfolg. Doch in der heutigen Sitzung ist alles anders. Meine Psychologin spricht das Wort «Abbruch» tatsächlich aus. Wie soll ich mein Leben unter diesen Umständen auch nur ansatzweise in den Griff kriegen? Unvorstellbar! Das letzte Stück Boden bröckelt unter meinen Füssen.

27. September 2017
Meine Augen funkeln. Sie kleben am Bildschirm meines Laptops. Ich sehe mir die Webseite eines Ultralaufs über fünfzig Kilometer an. Einmal um den Bielersee mit Abstecher auf die St. Petersinsel. «Fang klein an, mach erst einmal ein paar kürzere Läufe. So gross bist du auch wieder nicht», warnt mich mein Ego. Stimmt. Die Marathondistanz bin ich erst einmal gelaufen. Vielleicht ist ein solcher Lauf tatsächlich zu krass für mich. Doch das Funkeln in meinen Augen bleibt.

18. September 2017
"Na eeeendlich achtzehn Jahre alt, das Leben kann beginnen!" - so denkt wohl der Grossteil der Jugendlichen, wenn sie die Kerzen auf ihrer bunten Geburtstagstorte auspusten. Ich eher weniger. Also überhaupt nicht. Ich funktioniere. Und vergleiche mich ständig mit anderen.